Clara Schüppler

It´s time for Africa!
 

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Unsre Reise die wird lustig, unsre Reise die wird schön...

...Zum Glück konnten wir am 17. Mai mit dieser doch sehr positiven Einstellung morgens um halb fünf in den Bus nach Iringa einsteigen – und das, obwohl vor uns über dreißig Stunden Busfahrt mit 35 Leuten in einem engen Gefährt mit nur 20 Sitzen lagen. An Bord waren 5 Lehrer, 25 MDD- Mitglieder (junge, talentierte Sänger, Tänzer und Trommler unserer Schule), ein Busfahrer (wohlgemerkt: EINER), zwei etwas zu motivierte Volontäre (die Einzigen, die sich im Bus nicht selbst beschäftigen konnten) und Direktor Stephen, der für unsere Fahrt mit den Worten „Oh, das ist aber eng hier“ das Startsignal gab.

Das war das Wort zum Dienstag- denn eng war es. Trommeln und Koffer wurden noch fix auf dem Busdach verstaut und schon setzte sich der Kleinbus bei Nacht und Nebel in Gang und die Reise konnte beginnen. Unglaublich beeindruckt hat mich, wie die Kids stunden- ja tagelang zu sechst in den Viererreihen hockten ohne aufzumucken, wie sie keine menschlichen Bedürfnisse zu haben schienen und sich höchstens mal für „Shortcall“ vor die Bustür hockten (wirklich DIREKT davor) und schneller wieder auf ihren Plätzen saßen, als der Fahrer gucken konnte.

So entspannt und unkompliziert hatte ich mir die Fahrt nicht vorgestellt. Mir schien es fast schon überflüssig, dass Greta und ich Spiele, Karten, Kuchen, und Gummibändchen als Beschäftigungsmaßnahmen eingepackt hatten. Besonders witzig: die Kids zum ersten Mal Brause essen zu sehen – verzogene Gesichter, ausgestreckte Zungen, Brause raus und wieder ab in den Mund. Mein USB-Stick sorgte für musikalische Unterhaltung, die allerdings nur bedingt abwechslungsreich war. Der Grund dafür war, dass die Playlist bei jedem Straßenhuckel von vorne abgespielt wurde. Und es gab viele Unebenheiten in der Straße - sehr viele! Dementsprechend hörten wir den ersten Titel rauf und runter. Schien niemanden gestört zu haben und hielt die Kinder nicht davon ab, fleißig Briefe und Tagebucheinträge zu schreiben, sodass dieses bei Einigen schon nach der Hinfahrt halb vollgeschrieben war. Abends gegen halb elf wartete ein Hostel auf uns, in dem wir mit Reis, Bohnen und Greens versorgt wurden. Die meisten der Kids standen hier zum ersten Mal unter einer Dusche mit Wasserkopf und benutzten eine Toilette mit Wasserspülung, dementsprechend konnten Greta und ich für die Bedienung eine kleine Einführung geben.

Am nächsten Morgen nahm die Fahrt seinen Lauf. Juhu, schon wieder 16 Stunden im Bus! Wir entpuppten uns wieder als Muzungu-Entertainer und entgegneten auf die immer häufiger auftretende Nachfrage, wie weit es noch bis Iringa sei, dass wir bestimmt bald ankommen würden.

Fühlte sich trotzdem noch wie eine kleine Weltreise an und wir waren heilfroh, um Mitternacht endlich in einer schönen Unterkunft von gut gelaunten Tansanern überschwänglich in Empfang genommen zu werden.

Für die kommenden Tage standen für unsere MusicDanceDrama-Gruppe einige Auftritte an, unter anderem an einer Secondary-School, mehrmals an unserer Partnerschule St. Dominic in Iringa und und und.

Die Kids gaben alles und zogen mit ihren Bewegungskünsten Menschenmassen mit in den Bann, brachten Schülergruppen zum Jubeln und motivierten Zuschauer zum Mittanzen. Wirklich beeindruckend! Neben den Auftritten stand ein Museumsbesuch und eine Rolex-Aktion auf dem Programm, bei der einige Lehrer das Lieblingsgericht vieler Ugander über Feuer zubereiteten und unseren Gastgebern zum Probieren servierten. Außerdem wurde ein Sporttag mit Fußball- und Basketballduellen organisiert. Gar nicht so einfach, in hohem Gras den Schlaglöchern auszuweichen und dabei noch den Ball im Blick zu haben… Greta und ich machten uns mit Mama Hilder, Leticia und Lehrern auf den Weg nach Iringa-Town auf Kitenge-Suche (Kitenge = traditionelle, oft sehr bunte Stoffe, die häufig zu Kleidung/Tüchern/Kleidern verarbeitet werden)- mit Erfolg! Auch wenn unser Ausflug mehr Zeit als ursprünglich erwartet in Anspruch nahm, war es ein lustiger Nachmittag. Besonders viel Spaß hatten Mama Hilder, Leticia und Tr. Edrine während unserer Fahrt per Anhalter im Transporter; einfach den Arm rausstrecken, ins Auto steigen und wenn es passt wieder aussteigen - wenn das nicht mal die günstigste und kommunikativste Methode ist, sich im Straßenverkehr fortzubewegen…

Da wir uns in Iringa mal wieder so wohlfühlten, dass wir gar nicht mehr weg wollten und momentan sowieso noch Ferien sind, beschlossen Greta und ich, unseren Ausflug zu verlängern. Tja, die Ugandis wird man nicht mehr los…

Statt bis Dienstagmorgen hausten wir bis Samstag bei unseren gastfreundlichen Mitfreiwilligen, die wir nun schon vier Mal während unseres Jahres getroffen haben.

Da unsere Schüler und Lehrerkollegen Dienstagmorgen den Rückweg nach Uganda antraten, war bei einer gelungenen Farewell-Party mit guter Musik und leckerem Essen am Montagabend Abschiednehmen angesagt.

Wir hatten nun noch die Möglichkeit, die Projekte und den Alltag von den anderen Freiwilligen näher kennenzulernen. So hat mir die Atmosphäre im Center, in dem unsere Mitfreiwillige Lea arbeitet, sehr gut gefallen und ich konnte feststellen, dass die Schüler an der St. Dominic School, an der Lucas, Annika und Lennart arbeiten, doch in vielerlei Hinsicht ähnlich wie unsere Kids ticken.

Manchmal wundere ich mich über uns, wie wir als 18-19 Jährige Abiturienten unvergessliche Erlebnisse wie beispielsweise ein Frühstück auf dem Berg bei Sonnenaufgang, Touch-Rugby-Duelle gegen starke Gegner, Partyabende, Innenhof-Workouts am Morgen bei ca. -10 Grad, Kochabende mit geschmacksexplosionsartigen Ergebnissen (wirklich richtig lecker) ect. selbst gestalten und in die Hand nehmen. Ein weiterer Höhepunkt war die große Geburtstagsfeier im Heim, das die Iringa-Freiwilligen regelmäßig besuchen. Zur Vorstellung: Man verlade mehrere Kilos selbstgemachte, bunte Knete, einen Stapel Mandalas, angespitzte Buntstifte, einen Karton voller Wollknäuel für Armbänder, Schminkkästen und Pinsel, sechs bunte Kuchen, Bonbons, Sodas, Luftballons, Musik und zehn völlig bekloppte Volontäre auf ein kleines unschuldiges Motorrad mit Hänger und brettere damit Richtung Heim, in dem man von hundert Kids mit offenen Armen empfangen wird (Vorsicht, unterwegs gut festhalten&hellip. Dort angekommen wird man zum Entertainer und besten Freund der Kinder, allein schon, wenn das eigene Gesicht als roter Bär, wilder Tiger, süße Katze, abgedrehter Schmetterling geschminkt ist. Mal ehrlich, wir hatten bei der ganzen Aktion mindestens so viel Spaß wie die Kinder selbst und man befürchtete schon, dass wir die Farbe nie wieder aus unseren Gesichtern entfernen könnten.

Zur Beruhigung: die Farbe war wasserlöslich. Schade eigentlich, sonst hätten wir den Tag für immer in unseren Gesichtern festhalten können. Na ja, stattdessen verewigten Greta und ich uns im Gästebuch der Iringis mit den poetischen Versen:

Touch-Rugby, Bergsteigen, Ladies-Night,

genossen haben wir die Zeit.

Keine Distanz ist uns zu fern,

nach Iringa kommen wir immer gern.

Ob im Auto oder Bus,

zwei Mal Iringa ist ein Muss!


Unsere Reise die war lustig, unsere Reise die war schön! (Abgesehen von einer eeewigen Rückfahrt in einem Bus nach Kampala, den es offiziell eigentlich gar nicht gab - das erfuhren wir allerdings erst, als wir bereits drin saßen und uns über die freien Dreierreihen freuten. Ein weiterer Punkt auf der Bucketlist kann nun abhakt werden: 38 stündige Busfahrt von Iringa nach Kampala überstanden. Chacka!!

3.6.16 14:12

Letzte Einträge: Pizza, Soda, Film und mehr…, Du bist dabei, ich bin dabei, wir sind dabei, Kigali- die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, Der ganz normale Alltag(-swahnsinn), In der Luft

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